Wie die deutsche Übersetzung Selbstfesselung schon verrät, geht es darum, die eigene Bewegungsfreiheit einzuschränken. Dies geschieht ohne die Mithilfe von anderen Menschen. Meist steht bei Praktizierender kein Partner zur Verfügung, der ihm bei der Fesselung helfen könnte oder aber der Partner teilt die sexuellen Vorlieben nicht. Ziel ist ein Kick, der durch die Bewegungsunfähigkeit erreichbar ist, das kann auch ein Orgasmus sein.

Das Problem besteht sicherlich darin, dass einerseits ein Entkommen nicht gewünscht ist, um das Prickeln zu erhöhen, andererseits niemand anders die Befreiung nach einer bestimmten Zeit vornehmen könnte. Daher muss der Praktizierende eine Möglichkeit besitzen, die Fesseln zu lösen. Dies kann von vornherein möglich sein oder aber erst zeitverzögert.

Welche Möglichkeiten der Selbstfesselung gibt es?
Die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt und hängen allein von der Fantasie der Praktizierenden ab. Es gibt zum Beispiel Menschen, die sich sehr komplexe Szenarien ausdenken, in denen sie mit absichtlich eingeschränktem Seh- und Hörvermögen durch ihr leeres Haus robben müssen, um Schlüssel zu finden, die nach und nach bestimmte Fesseln lösen, wodurch sich ihr Bewegungsspielraum erhöht, um wieder andere schwerer zugängliche Schlüssel zu finden. Solche Szenarien bedürfen einer sorgfältigen Vorbereitung und beinhalten immer das Risiko, ein Detail zu übersehen, wodurch sich gefährliche Situationen ergeben können.

Welche Gefahren birgt Self-Bondage?
Dadurch, dass eine Befreiung idealerweise während einer bestimmten Zeit möglichst schwer oder auch unmöglich sein soll, kann es zu diversen kritischen Situationen kommen. Der Extremfall wäre ein Feuerausbruch oder eine andere Naturkatastrophe, wo schnelles Flüchten überlebenswichtig ist. Außerdem kann die Dauer der Selbstfesselung selbst zum Problem werden. Durch Halsbänder und Knebel droht Erstickungsgefahr, gefesselte Hände können einschlafen, man kann einen Schwächeanfall oder Herzinfarkt erleiden. Am schlimmsten aber ist die Lage, wenn eine vorher erdachte Ausbruchmöglichkeit nicht so funktioniert, wie erwartet, man z.B. an einen Schlüssel doch nicht herankommt oder die Handschellen zu eng sind, um sie hinter dem Rücken zu öffnen. Wenn dann keine Backup-Methode vorhanden ist und man andere Menschen nicht alarmieren kann, dann wird es brenzlig. Es sind zahlreiche autoerotische Unfälle mit Todesfolge bekannt. Häufig kommt es zu einer ungewollten Strangulation, weil z.B. die Halsfesseln zu eng geschnürt wurden. Während ein Sauerstoffmangel in den ersten Sekunden einen besonderen Kick geben kann, ist er über längere Zeit sehr gefährlich. Kommt es erstmal zur Ohnmacht und damit zur Muskelentspannung, können sich die Fesseln noch enger schnüren.

Worauf muss man bei Selfbondage achten?
Es gelt wie auch bei anderen BDSM-Praktiken die Sicherheit und die Vernunft als oberstes Gebot. Was in der Fantasie als gute Idee erschien, kann in der Realität möglicherweise schnell zu viel werden. Daher ist es wichtig, sich ganz langsam voranzutasten und sich selbst gut kennen zu lernen. Außerdem muss immer mehr als eine zweite Ausbruchmöglichkeit zur Verfügung stehen, die in jedem Fall funktioniert. Zu den Umsetzungsmöglichkeiten lässt sich im howto-Kapitel mehr erfahren. Inzwischen stehen am Markt auch fertige Lösungen zur Verfügung, die eigensicher sind, das heißt, Fehler, die dazu führen, dass das Schloss nicht öffnet, sind physikalisch ausgeschlossen. Wenn eine Methode auf dem Prinzip des schmelzenden Eises beruht, gibt es keine physikalische Möglichkeit, wie das Eis nicht schmelzen könnte, solange die Raumtemperatur nicht schlagartig fällt. Die Gefahr besteht nur darin, dass das Öffnen länger dauert, als erwartet. Dies kann jedoch mit Tests ausgeschlossen werden. Das auf dieser Seite angebotene Selfbondage-Schloss basiert auf der elektromagnetischen Kraft, um zwei Elemente zusammen zu halten. Durch Einsatz einer Batterie muss das Schloss irgendwann öffnen. Es ist fail-safe, das heißt, wenn etwas schief geht, z.B. das Kabel reißt, dann öffnet das Schloss automatisch.