Diese Nacht wird einsam. Mein Metall-Halsband sitzt eng, der Schlüssel des Vorhängeschlosses unerreichbar. Das Bett mit Stahlrahmen ist schmal, statt der Matratze bedecken den Lattenrost nur ein paar Bretter. Das Halsband ist mit dem Stahlrahmen durch eine Kette und ein MagBound-Schloss verbunden. Ich habe eine große Powerbank angeklemmt, die erst nach 10 Stunden das Schloss öffnen lässt. Das Kabel führt zum Kleiderschrank und mit einer Kabelschelle fest fixiert, unerreichbar für mich, die Kette am Bett ist zu kurz. Sie reicht gerade so aus, um den Nachttopf neben dem Bett zu erreichen, den ich auf jeden Fall in Anspruch werde nehmen müssen. Daneben liegt ein Handtuch. Hygiene ist wichtig, wenn das Geschlecht mit einem Keuchheitsgürtel versperrt sind. Ich werde bis morgen keinen Orgasmus erleben können, so heiß ich darauf auch bin. Am schnellsten wird die Zeit vergehen, indem ich einschlafe, aber es ist erst 20 Uhr. Mein Bett ist so hart wie im Gefängnis. Natürlich machen es die Hand- und Fußschellen nicht unbedingt leichter, gemütlich in den Schlaf zu fallen. Auch das Halsband lässt sich kaum ausblenden, es drückt vorne meine Luft ab und hinten ermüdet meine Wirbelsäule. Ich bereue inzwischen, dass ich mir den kompletten Harness mit Ballknebel angelegt habe. Mein Kiefer tut schon weh und dabei ist erst eine Stunde vergangen.

In Vorbereitung auf die lange Zeit hatte ich mir ein paar Bücher neben das Bett gelegt, ausschließlich historische, anstrengende Literatur, nichts, was schnelle Ablenkung versprechen würde. Wie soll ich mich auf Voltaire konzentrieren mit einem gestopften Mund, ich kann das Buch kaum längere Zeit in der Hand halten wegen der Handschellen.

Immer wieder versuche ich meine erogenen Zonen zu erreichen, doch außer dass ich mir dabei Haut einklemme, erreiche ich nichts. Ich freue mich, auf die Toilette zu müssen, so kommt wenigstens etwas Abwechslung in mein Leben als Gefangener. Natürlich ist es beschwerlich, sich aufzurichten und sich gefffff vom Bett rutschen zu lassen. Beim Wasserlassen geht viel daneben, ich muss alles mit dem Handtuch sauberwischen.

Der Ballknebel lässt mich sabbern und ich bekomme schnell Durst. Zum Glück steht eine Flasche bereit. Die Herausforderung besteht nur darin, möglichst viel davon an dem Ball vorbei in meinen Mund zu befördern. Es funktioniert leidlich. Vom Strecken des Halses tut dieser mir noch mehr weh, also gebe ich meine Trinkversuche auf. Ich werde mich einfach ins Bett legen und warten, bis es vorbei ist, den Kopf so gedreht, dass ich möglichst wenig Druck auf meinem Hals spüre.

Ich träume von der Freiheit, vielleicht hat meine Fessel-Maßnahme eine Schwachstelle? Vielleicht lässt sich die Scheibe vom Magbound-Elektromagnet abziehen? Ich ziehe mit der ganzen Kraft der Hände daran. Es bewegt sich kein bisschen. Meine Hände schmerzen, doch mich lässt der Gedanke nicht los, dass nach einer kurzen Quälerei die Freiheit auf mich wartet. Wäre ich nicht ans Bett gefesset, könnte ich die Schlüssel auf dem Beistelltisch erreichen und mich vollends befreien. Besonders der Harness beginnt, meine Geduld zu strapazieren.

Nach dem 10. Versuch gebe ich auf, meine Kräfte schwinden und damit auch die Erfolgswahrscheinlichkeit meines Unterfangens. Ich muss akzeptieren und aushalten. Es gibt kein Entrinnen und alle darin implizierten Umstände muss ich über mich ergehen lassen.

Ich werde diese Nacht in sehr restriktiver Gefangenschaft verbringen müssen, ohne Ablenkung und mit wenig oder gar keinem Schlaf. Die Erkenntnis lähmt mich, ich liege da, atme ruhiger, werde müde.

Immer, wenn mein Körper in den Schlaf zu fallen droht, weckt mich das Gefühl des Unbehagens. Die übliche Gemütlichkeit im Bett, die einen in den Schlaf befördert, fehlt fast völlig. Ich bin zu geil, um mich fallen zu lassen und es ist zu unbequem. Es wird eine lange, einsame Nacht…

Selfbondage Geschichte – Die Nacht wird einsam

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