Gewusst wie! Auf die Technik kommt es an. Hier erkläre ich, welche Befreiungsmethoden es gibt und welche Vor- und Nachteile sie haben. Grundsätzlich lassen sich alle Methoden in zwei Kategorien einteilen: Bei den indirekten Befreiungsmethoden wird nach einer gewissen Zeit ein Schlüssel zugänglich gemacht, mit dem eine Befreiung möglich ist. Durchführen muss man die Befreiung dennoch selber. Die indirekten Methoden birgen daher immer die Gefahr, dass das aufschließen nicht so klappt wie vorhergesehen. Entweder die Hand ist eingeschlafen, der Schlüssel lässt sich kaum hin das Schloss stecken, da die Fesselung zu eng ist. Es könnte auch aus Versehen der falsche Schlüssel sein oder das Schloss klemmt oder oder… Die direkten Methoden dagegen führen von sich aus zu einer Befreiung. Das heißt, die Bewegungsfreiheit ist im Augenblick der Freigabe sofort erhöht. Damit entschärft sich die Situation enorm und die Sicherheit ist entsprechend größer. Es gibt nur wenige direkte Methoden, da das entsprechende Schloss natürlich sehr viel mehr Kraft widerstehen muss, während es geschlossen bleibt. Im Prinzip stehen nur zwei Verfahren zur Verfügung: Das schmelzende Eis und die elektromagnetische Kraft. Dazu später mehr.

Methode des schmelzenden Eises, indirekte Wirkung (Bechermethode)

Wasser ändert seinen Zustand von fest zu flüssig bei den üblichen Zimmertemperatur von 20 °C recht langsam. Dies lässt sich nutzen, um ein zeitverzögertes Freigeben von z.B. Schlüsseln zu erwirken. Dazu werden die Enden von zwei Schnüren in einen Becher mit Wasser gehängt und eingefroren. Anschließend kann das eine Ende an der Zimmerdecke befestigt werden, am anderen Ende hängt ein Schlüssel. Ist das Eis bis zum bestimmten Grad abgeschmolzen, fällt die Schnur mit dem Schlüssel zu Boden und kann so erreicht werden. Wichtig ist es, den Schlüssel etwas zu beschweren, damit er erstens senkrecht zu Boden fällt und ein akustisches Signal von sich gibt.

Vorteil: Die Methode ist mit sehr einfachen Mitteln realisierbar

Nachteil: schwer vorhersagbar, selbst mit ausgiebigen Tests. Die Zeit hängt davon ab, wie die Schnüre im Eis liegen. Außerdem man an den Schlüssel gelangen können, nachdem er zu Boden gefallen ist.

Zahlenschlossmethode

Bei einem Zahlenschloss kann man sich zwei Aspekte zu nutze machen.

1. Wenn man den Code nicht kennt, dauert es lange, ihn durch Probieren herauszufinden.

Bei einem Schloss mit drei Ziffern gibt es 1000 Möglichkeiten. Rechnet man mit 2 Sekunden pro Versuch dauert es eine gute halbe Stunde, bis alle durchprobiert sind. Statistisch findet man die Lösung nach der Hälfte der Zeit. Bei vier Ziffern sind es 10000 Kombinationsmöglichkeiten und man bräuchte schon mindestens fünf Stunden für alle Möglichkeiten.

Vorteil: Keine Vorbereitung nötig, nur ein Zahlenschloss erforderlich.

Nachteil: Man muss sich anstrengen und konzentrieren, um zu entkommen. Der Prozess ist sehr monoton und ermüdend. Es besteht die Gefahr, die richtige Kombination zu überspringen.

2. Wenn man den Code kennt, muss man das Schloss sehen können, um ihn einzugeben.

Hier lässt sich die Dunkelheit nutzen, um den Befreiungsprozess zu verzögern. Dazu kann entweder eine Zimmerlampe an einer Zeitschaltuhr dienen oder das natürliche Licht zur Morgendämmerung. Sicherlich ist ein Probieren auch im Dunkeln möglich, deswegen sollte ein Schloss mit vier oder fünf Ziffern zum Einsatz kommen oder zwei Schlösser, die zur Befreiung beide geöffnet werden müssen. Zur Sicherheit sollten zwei unabhänge Zeitschaltuhren zum Einsatz kommen, falls eine nicht schaltet.

Vorteil: Die Zeit bis zur Befreiung lässt sich sehr gut vorhersagen.

Nachteil: Es muss Sichtkontakt zum Schloss bestehen.

Uhr-Methode

Die Zeiger einer Analoguhr drehen sich. Ein Schlüssel an einen Zeiger gehängt könnte nach einer gewissen Zeit zu Boden fallen.

Vorteil: Zeitdauer lässt sich gut beeinflussen.

Nachteil: Eine Uhr ist ein mechanisches System und kann versagen. Der Schlüssel muss nach dem Herunterfallen erreichbar sein.

Methode der räumlichen Entfernung

Statt einen Schlüssel für eine Zeit unerreichbar zu platzieren kann er auch einfach an einem anderen Ort hinterlegt sein, zu dem man sich hinbewegen muss, was auch wiederum Zeit kostet. Zum Beispiel muss man durch einen Wald spazieren oder durch das Haus robben. Die Bewegungsfähigkeit kann vorher so weit eingeschränkt sein, dass auch kurze Wege entsprechend lange dauern.

Vorteil: keine Vorrichtung nötig, die Zurücklegung des Weges kann als zusätzlicher Aspekt den Nervenkitzel erhöhen.

Nachteil: Es ist eine gute Planung erforderlich. Will man nicht von anderen gesehen werden, ist die Methode nur sehr eingeschränkt möglich. Nur wenig Fesselszenarien lassen sich anwenden, weil man stets bewegungsfähig bleiben muss.

Handymethode

Der Vibrationsalarm eines Handys kann als Befreiungsmethode angewendet werden. Dazu liegt ein Handy auf einer Tischkante, darunter ein Schlüsselring mit dem Befreiungsschlüssel, der in der Luft baumelt, platziert. Vibriert das Handy zu einer fest programmierten Zeit, rutscht es weg und der Schlüssel fällt zu Boden. Wichtig ist, dass schon am Anfang der Schlüssel in der Anordnung kaum festen Halt findet, damit er bei der geringsten Bewegung herunterfällt.

Vorteile: Sehr genau einstellbare Zeitdauer, einfache Verfügbarkeit.

Nachteile: Moderne Smartphones können sich aufhängen, Gefahr der Fehlprogrammierung

Howto Selfbondage

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